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Schwierigste Einsatzbedingungen
bei Wohnungsbrand in Königswinter
2 Bewohner gerettet – Schnelle
Entwarnung bei zeitgleich gemeldetem Flugzeugabsturz
Der Brand einer mit Müll und Unrat
übersäten Wohnung, die der Bewohner zusätzlich mit einer
Zwischendecke versehen hatte, hat am Samstagabend den Einsatz
von 90 Einsatzkräften aus Königswinter und Bad Honnef gefordert.
2 gehbehinderte Hausbewohner wurden von der Feuerwehr gerettet.
Derzeit nicht abschließend geklärt werden konnte der
Aufenthaltsort des Mieters der Brandwohnung. Noch während der
Löscharbeiten in der Altstadt erreichte die Feuerwehr die
Meldung, dass ein Sportflugzeug zwischen Oberpleis und Ittenbach
abgestürzt sei. Hier konnte nach Erkundung durch den Löschzug
Uthweiler schnell Entwarnung gegeben werden. Die Anrufer hatten
am Himmel den Absturz einer bei Feierlichkeiten verwendeten
Himmelslaterne beobachtet.
Um 20:01 Uhr wurde die ersten
Einsatzkräfte zu dem Brand in dem viergeschossigen Wohn- und
Geschäftshaus in der Drachenfelsstraße in Königswinter-Altstadt
alarmiert. Bei Eintreffen der ersten Fahrzeuge schlugen aus
einer von sieben Wohnungen in diesem Objekt Flammen und Rauch.
Zunächst evakuierten die Wehrleute, unterstützt von
herbeigeeilten Nachbarn, die Bewohner des Hauses. Während die
meisten selbstständig das Haus verlassen konnte, war die Rettung
von zwei älteren gehbehinderten Mieterinnen durch das
Treppenhaus zeitaufwendig. Diese wurden vom städtischen
Rettungsdienst zur Beobachtung in ein Krankenhaus verbracht. Das
Schicksal des Mieters der Brandwohnung war unklar. Über
Drehleitern aus Königswinter und Bad Honnef begannen von außen
die Löscharbeiten und die Suche nach dem Bewohner. Auch von
innen gingen Trupps mit Preßluftatmern vor. Diese Kräfte
standen nun Einsatzbedingungen gegenüber, die so vermutlich noch
keiner erlebt hatte. Die rund 70 Quadratmeter große Wohnung war
teilweise bis in Brusthöhe mit Müll gefüllt. Lediglich schmale
Gänge waren in dem verrauchten Räumen ertastbar. Besonders
erschwert war das ganze jedoch noch dadurch, dass der Mieter in
der gesamten Wohnung mit Möbelresten eine Zwischendecke
eingezogen hatte. Dadurch war die Stehhöhe auf ca. 1,80 Meter
reduziert. Auf der Decke stapelte sich weiterer Unrat. Die
Wehrleute benötigten über eine Stunde, um durch diese
höhlenähnliche Konstruktion hindurch vom Eingang bis zu den
Zimmerfenstern zu gelangen. Neben der Brandbekämpfung stand
weiterhin die Menschensuche im Vordergrund. Mehrfach mussten die
Kräfte zurückgezogen werden, weil die Deckenkonstruktion
teilweise einstürzte. Der Einsatz von Löschwasser von innen und
außen zeigte zunächst keinen abschließenden Erfolg, da das Feuer
in dem Müll reichlich weitere Nahrung fand. Der aufsteigende
Rauch zog in Richtung des Krankenhauses Königswinter. Hier wie
in der unmittelbaren Nachbarschaft wurde das Schließen aller
Fenster und Türen veranlasst. Die Einsatzleitung unter Führung
von Brandinspektor Ralf Kieserg entschloss sich schließlich
dazu, die brennenden Möbel und den Müll mit Löschschaum
abzudecken. Diese Maßnahme zeigte schnell Erfolg. Da in der
Wohnung zwischenzeitlich Einsturzgefahr bestand, mussten die innen arbeitenden
Kräfte im Anschluss abgezogen werden. Die Einsatzleitung zog zur
Beratung hier einen Statiker hinzu. Auch die Suche mit einer
Wärmebildkamera hatte keine neuen Erkenntnisse bezüglich des
Bewohners erbracht.
Das viergeschossige Wohn- und
Geschäftshaus ist zurzeit unbewohnbar. 2 Bewohnerinnen befinden
sich noch im Krankenhaus, 5 wurden vom Ordnungsamt Königswinter
in Hotels untergebracht. Weitere 2 Menschen befanden sich in
Urlaub bzw. kamen bei Verwandten unter. Die Einsatzstelle wurde
von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Bis Sonntagmorgen
verbleibt von der Feuerwehr eine Sicherheitswache vor Ort, da
ein Wiederaufflammen nicht ausgeschlossen werden kann. Über das
weitere Vorgehen stimmt sich am Sonntag Polizei und
Stadtverwaltung ab. Im Einsatz befanden sich an diesem
Samstagabend 90 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren
Königswinter und Bad Honnef. Die Ortsvereine Königswinter und
Bad Honnef des Deutschen Roten Kreuzes versorgten die Wehrleute
mit Essen und Getränken. Kreisbrandmeister Walter Jonas war
ebenso wie Bürgermeister Peter Wirtz vor Ort. Die Stadtbetriebe
organisierten gemeinsam mit dem Ordnungsamt Umleitungen, da
mehrere Straßen gesperrt werden mussten.
Noch während die Löscharbeiten in
der Altstadt im Gange waren, erhielt die Siegburger Feuer- und
Rettungsleitstelle einen weiteren Notruf aus dem Stadtgebiet
Königswinter. Anrufer berichteten von einem Feuer, das vom
Himmel abstürzte. Sie vermuteten den Absturz eines
Sportflugzeuges. Da zahlreiche Einsatzkräfte noch an der
Einsatzstelle in Königswinter gebunden waren, war vorsorglich
der Löschzug Uthweiler am Feuerwehrgerätehaus Ittenbach für
solche Parallelvorkommnisse stationiert worden. So konnte diese
schnell ausrücken und nach rund 20 Minuten Entwarnung geben. Es
handelte sich um bei Festen verwendete Himmelslaternen, die zu
Boden gegangen waren und keinen Schaden verursachten.

Aufwändige Löscharbeiten in
Königswinter am Samstagabend
Zahlreiche weitere Bilder in
unserer Bild-Dokumentation
verdeutlichen die schwierigen Einsatzbedingungen. |